Zwischen Flokati, Erdnussflips und Fernseher wird in dem von Ang Lee porträtierten Amerika der 1970er Jahre der Partnertausch geprobt - alles ist erlaubt, nur bitte keine Prüderie! Doch während die körperlichen Schranken fallen, entstehen bereits neue, unsichtbare im Inneren. Am Thanksgiving-Wochenende des Jahres 1973, als der Eissturm über das Land fegt, kommt es zur unabwendbaren Katastrophe.

Connecticut, 1973. Der berühmt-berüchtigte „Summer of Love“ ist bereits einige Jahre vergangen und die sexuelle Revolution hat mittlerweile auch die amerikanischen Vorstädte erreicht – sogar New Canaan, benannt in Anlehnung an das „gelobte Land“. Der amerikanische Mittelstand hat seine spießige Angepasstheit augenscheinlich verworfen, um sie durch Freizügigkeit und einen demonstrativ offenen Umgang mit den vormals eng abgesteckten Konventionen zu ersetzen; das Vergnügen sogenannter Schlüsselpartys etwa speist sich aus der zufälligen Auswahl der jeweiligen Sexualpartner ihrer Gäste. Auch die beiden Familien Hood und Carver, die im Mittelpunkt des Films stehen, bilden keine Ausnahme unter ihren Zeitgenossen, vielmehr stellen sie Vorzeigeexemplare der Gesellschaft der 1970er Jahre dar, deren von Gefühlskälte, Einsamkeit und Egozentrik geprägte Welt hier von Ang Lee porträtiert wird. Je näher sich die Menschen körperlich kommen, umso mehr entfremden sie sich emotional von ihren Mitmenschen. Ausgerechnet an dem in der amerikanischen Gesellschaft so bedeutsamen Thanksgiving-Wochenende werden die Familien jedoch aus ihrem lethargischen Trott gerissen, wenn schließlich die aufgestaute Kälte im titelgebenden Eissturm in voller Stärke ausbricht.

Ang Lees EISSTURM, die stark an ihrer literarische Vorlage orientierte Adaption des gleichnamigen Romans von Rick Moody, wurde 1997 in Cannes mit dem Preis für das Beste Drehbuch ausgezeichnet. Auch wenn der große kommerzielle Erfolg letztlich ausblieb, entwickelte sich Lees feinsinniger filmischer Appell an die ehrliche zwischenmenschliche Wärme zu einer Independent-Perle der späten 90er Jahre, wozu sicherlich neben der Ästhetik auch der erstklassige Cast um Elijah Wood, Sigourney Weaver, Kevin Kline und Christina Ricci seinen Teil beiträgt.





DETAILS

DVD im Handel und als VoD ab 08.02.18

Der Eissturm / Digital Remastered

DVD
Drama, USA 1997, ca. 108 Minuten
FSK 12

Extras

Interviews mit Sigourney Weaver, Joan Allen, Christina Ricci, Elijah Wood; Trailer

Ansicht Packshot

Darsteller

Sigourney Weaver („Sieben Minuten nach Mitternacht“, „Aliens“, „Avatar“)
Kevin Kline („Ein Fisch namens Wanda“, „Wild Wild West“, „Dave“)
Christina Ricci („Sleepy Hollow“, „Monster“, „Pan Am”)
Elijah Wood („Der Herr der Ringe Trilogie“, „Bobby“, „Alles ist erleuchtet“)

Stab

Regie: Ang Lee („Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger“, „Sinn und Sinnlichkeit“, „Brokeback Mountain“)
Drehbuch: Rick Moody (Buchvorlage), James Schamus
Kamera: Frederick Elmes
Produktion: Ted Hope, Ang Lee, James Schamus

Technische Angaben

Bild: 1,85:1 (anamorph)
Sprachen/Ton: Deutsch, Englisch (Stereo DD)
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte

Angaben zum Vertrieb

Bst.-Nr. 506421, EAN 4006680087986









 
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