Hawk (Eward Furlong), Trip (James De Bello), Jam (Sam Huntington) und Lex (Guiseppe Andrews) sind die dicksten Freunde. Das einzige, was sie mehr interessiert, als gegen ihre Eltern zu rebellieren, ist, auf das KISS-Konzert in Detroit zu gehen. Unglücklicherweise findet Jams Mutter die Eintrittskarten der Jungs. Besorgt darüber, dass die Musik und die zweideutigen Posen der Band schlechten Einfluß auf ihren Sohn haben könnten, verbrennt sie kurzerhand die vier Tickets. Damit nicht genug, verfrachtet sie Jam auch noch in ein sehr strenges Internat. Getrieben von der Leidenschaft, ihre Lieblingsband live zu sehen, kann die vier Teens jedoch nichts davon abhalten, sich in das ausverkaufte Konzert zu mogeln. Doch bis dahin müssen sie sich mit Discofans prügeln, wird ihr Auto geklaut, lernen sie die Liebe kennen und müssen noch allerlei Ängste bewältigen, um schließlich das größte Konzert ihres Lebens zu erleben...

Wie in den besten Teenager-Komödien von John Hughes (Kevin allein zu Haus) verknüpft Regisseur Adam Rifkin das Lebensgefühl einer Generation mit den typischen Nöten und Konflikten des Heranwachsens. Im Mittelpunkt stehen vier Teenager, die sich nicht nur von ihren Eltern abnabeln wollen, sondern auch erste Erfahrungen mit der Liebe machen. Atmosphärisch angesiedelt zwischen der brüchigen Nostalgie von Rob Reiners "Stand By Me" und dem rauhen Witz von Richard Linklaters "Dazed and Confused", gewinnt DETROIT ROCK CITY so eine Klangfarbe, die nicht zufällig die entfesselte, pure Dynamik eines KISS-Songs ausstrahlt. Oder wie es ein US-Fan in ganz einfache Worte faßte: "This movie rocks!"

In der Presse

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Detroit Rock City

von Claus Löser

Mitte der 70er-Jahre, als endgültig klar wurde, daß mit Rock’ n’Roll die Welt doch nicht zum Guten verändert werden konnte, die Punk-Revolte aber noch auf sich warten ließ, dümpelte die Rock-Musik etwas unentschlossen vor sich hin. Einige „Super Groups“ füllten immer größere Fußballstadien, erweiterten ihre Fuhrparks, protzten mit eigenen Düsenjets, stellten aber einen elitären Kunstanspruch aus, der stillschweigend ihren Anschluss an die etablierte Hochkultur einklagte. In dieses Vakuum stießen die sich grimmig gebärdenden Exponenten des Heavy Metal; hier sublimierte sich zwischenzeitlich die alte Dreifaltigkeit aus Sex & Drugs & Rock’n’ Roll: Feuer und Theater-Blut, abenteuerliche Kostüme, mittelalterliche Requisiten, dreieckige Gitarren, musikalische Anrufung eines Geisterbahn-Luzifers. Hauptsache laut, dreckig und irgendwie anrüchig, Pose und Provokation waren alles, musikalische Innovation hingegen schien weniger gefragt. Die Band „Kiss“ aus Detroit verkörperte eine treibende Kraft dieses kulturhistorischen Phänomens. Schon die Schreibweise ihres Namens, bei der das Doppel-S die nationalsozialistischen SS-Runen zitierte, stellten ein Ausdruck des programmatischen Bürgerschrecks dar. (In der DDR waren „Kiss“ zeitle-bens aus diesem Grund verboten, ungeachtet des Umstandes, dass einige Bandmitglieder jüdischer Herkunft waren.) Ihre Musik fand in der frustrierten Mittelklassejugend Nordamerikas und anderswo eine willige Zuhörerschaft. Sich zu Heavy Metal zu bekennen oder, als Gegenentwurf, zum zeitgleich prosperierenden Disco-Sound, konnte eine Glaubensfrage darstellen.

Die Teenager Hawk, Trip, Jam und Lex sind leidenschaftliche „Kiss“-Fans – wenn sie auch dieser Leidenschaft durch unterschiedlich tolerante Elternhäuser öffentlich nur teilweise huldigen können. Außerdem leben sie in einer bigotten Kleinstadt, in der das demonstrative Anderssein zwar einen besonderen Reiz hat, aber auch auf entsprechend wenig Gegenliebe stößt. Besonders schlimm ist Jam dran. Seine Mutter duldet als aktives Mitglied der MATMOK-Initiative (»Mothers Against The Music Of Kiss«) keinerlei Schallplatten der vermeintlichen Satanisten in ihrem Haus, und selbstverständlich vernichtet sie die vier Tickets für ein „Kiss“-Konzert, das sie in den Hosentaschen ihres Sohnes findet. Ebenso selbstverständlich machen sich die vier Knaben dennoch auf den Weg nach Detroit, um um jeden Preis Zuhörer zu sein. Der Film beschreibt ihre Reise in die Großstadt, die Abenteuer bei der Jagd nach Eintrittskarten und schließlich die Beglückung durch das doch noch erreichte Konzertereignis (wiederum selbstverständlich). Für die vier Heranwachsenden bringen die Erlebnisse nicht nur den erfolgreichen Abschluss des konkreten Vorhabens mit sich, es erweitert sich zur Initiationsreise, deren Ende mit dem ihrer Kindheit zusammenfällt.

„Detroit Rock City“ ist kein Film, der sich als Epoche machendes Werk in die Filmgeschichte einschreiben wird, erfüllt aber seine Aufgabe als Unterhaltungsvehikel auf sympathische Weise: Langeweile kommt keine auf, die unverbrauchten Darsteller agieren erfrischend (allen voran Edward Furlong), Gags kommen angemessen geschmacklos daher, die vitale Scope-Bildgestaltung (mit vielen Reiß-Schwenks und sogar einigen „split screen“-Effekten) unterstreicht den nervösen Charakter des beschworenen Zeitgeistes. Reizvoll auch einige unterschwellige Verweise auf Metamorphosen der öffentlichen Meinung. Während Jams fanatisch moralisierende Mutter z.B. als Kettenraucherin daherkommt, also aus aktueller Sicht eine politisch völlig inkorrekte Person verkörpert, nehmen sich die Gebärden der Heavy-Metal-Desperados heute eher harmlos aus. Zahlreiche Momente ihres einst heftig umstrittenen Provokations-Repertoires sind längst in die Unterhaltungsindustrie eingegangen und werden dort kaum mehr in ihrem historischen Zusammenhang wahrgenommen. Produziert wurde dieser Seitenhieb auf die Relativität guten wie schlechten Geschmacks übrigens von Gene Simmons persönlich: dem führenden Kopf von „Kiss“.





DETAILS

Detroit Rock City

DVD
Originaltitel: Detroit Rock City (Komödie, Musikfilm, USA 1999), ca. 91 Min Minuten
FSK 12
DVD im Handel seit 27.06.00

Extras

Audiokommentar des Regisseurs und aller KISS-Bandmitglieder; Musikvideos; Biografien; geschnittene Szenen; KISS-Konzertausschnitt in vier anwählbaren Kameraperspektiven

Darsteller

Edward Furlong (Terminator 2, American History X)
Guiseppe Andrews (Independence Day)
Sam Huntington (Aus dem Dschungel in den Dschungel)
James De Bello (American Pie)
KISS (Band)

Stab

Regie: Adam Rifkin
Drehbuch: Carl V. Dupré
Kamera: John R. Leonetti
Produktion: Gene Simmons, Barry Levine, Kathleen Haase

Technische Angaben

Bild: 2,35:1 (anamorph)
Sprachen/Ton: Deutsch, Englisch (5.1 Dolby Digital); Deutsch, Englisch (Dolby Surround)
Untertitel: Deutsch (in der Originalfassung aus lizenzrechtlichen Gründen nicht ausblendbar)

TRAILERAUSWAHL

GROSS (640x360, 5.8 MB)

Angaben zum Vertrieb

Bst.-Nr. 500046, EAN 4006680017686







 
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