Der New Yorker Psychiater Sam Foster übernimmt von einer erkrankten Kollegin den Fall des Kunststudenten Henry Letham. Dieser leidet nach einem Unfall an Amnesie, macht dafür jedoch wirre Vorhersagen, die sich aus mysteriösen Gründen bewahrheiten. Als Henry ankündigt, sich in drei Tagen – an seinem 21. Geburtstag, exakt um Mitternacht – das Leben zu nehmen, will Sam ihn unbedingt aufhalten. Bei seinen Nachforschungen in Henrys Umfeld entdeckt er eine Welt voller Widersprüche und Rätsel, die sein eigenes Leben und besonders die Beziehung zu Sams schöner Freundin Lila zu beeinflussen scheint. Sein Versuch, Henry zu retten, wird zum albtraumhaften Psychotrip, bei dem Traum, Realität und Wahnsinn verschwimmen und der Sam immer mehr an seiner eigenen Wahrnehmung zweifeln lässt...

Grandiose Bilder, kreative Wendungen, einzigartige Darsteller – Marc Fosters meisterhafter Thriller gleicht einer Achterbahnfahrt durch die menschliche Psyche: faszinierend, berauschend und fesselnd bis zur letzten Minute!

In der Presse

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Stay

von Alexandra Wach

Ein enigmatischer Vor- und Nachspann, der diejenigen von „Sieben“ (fd 31 642) an visuellen Einfällen übertrifft, dazwischen eine postmodern verschlüsselte Story aus der Hand von Drehbuchautor David Benioff („25 Stunden“, fd 35 931), die einem viel Geduld abverlangt. Das düstere Psycho-Drama des Deutsch-Schweizers Marc Forster, das ursprünglich von David Fincher verfilmt werden sollte, gibt sich visionär und kalkuliert verwirrend. Das Ergebnis, eine Geschichte um Schuld und Vergebung, Trauma und Erlösung, vereinigt ausgestellten Weltschmerz mit kalter Oberfläche und dem Streben nach noch nie gesehenen Bildern. Ein junger depressiver Kunststudent fasst erst allmählich Vertrauen zu der Vertretung seiner Psychiaterin. Der von Ewan McGregor gespielte New Yorker Psychologe zeigt reges Interesse an der Ankündigung des sichtlich mitgenommenen, nach einem Unfall an Schlaflosigkeit und Amnesie leidenden Künstlers, an seinem 21. Geburtstag exakt um Mitternacht Selbstmord zu begehen, und nutzt die übrig gebliebenen drei Tage für Nachforschungen. Derweil irrt sein Schützling delirierend durchs nächtliche New York, besucht Sex-Clubs, begegnet den ermordeten Eltern und hinterlässt in seiner kaum möblierten Wohnung unverständliche Botschaften an den Wänden.

Der lebensmüde Student ist nicht der Einzige, den der bemerkenswert selbstlose und engagierte Psychologe vor dem Suizid retten möchte. Auch seine Lebensgefährtin und ehemalige Patientin verdankt ihm das Leben. Naomi Watts, deren Besetzung sich bald als eine Reverenz an David Lynchs phantasmagorische Filmwelten erweist, gibt sich als manisch-depressive Malerin ausreichend ambivalent, um die Richtung der Handlung ins Surreale vorzugeben. Forster zelebriert die Zweideutigkeit als filmisches System: Alles, was gesagt und getan wird, kann längst passiert sein oder erst eine Vorahnung der Zukunft in sich bergen. Personen tauchen auf, die längst tot sein müssten, die Zeitebenen verschieben sich, die Tonspur entwickelt ein Eigenleben, Wahn und Wirklichkeit sind nicht mehr voneinander zu trennen; irgendwann erübrigt es sich, all die unlogischen Anschlüsse und mysteriösen Vorfälle rational erklären zu wollen. Nach dem fulminanten Rassismusdrama „Monster‘s Ball“ (fd 35 563) und der Peter-Pan-Variation „Wenn Träume fliegen lernen“ (fd 36 908) beweist Marc Forster aufs Neue seine Wandlungsfähigkeit und Unerschrockenheit gegenüber Stoffen und Genres, die keinerlei Verbindung zueinander haben. Episoden von physisch abgestandener Symbolik wechseln sich in „Stay“ mit beeindruckenden Einfällen ab, wenn Blinde nach der Begegnung mit dem zur Jesus-Figur stilisierten Kunststudenten wieder sehen können und sich die Auflösung herkömmlicher Erzählstrukturen in der optischen Verdreifachung von Statisten, Einstellungen und einzelnen Szenen äußert. Dank suggestiver Kameraarbeit, atmosphärischer Musik und ausgeklügelter Montage vermag der über weite Strecken psychedelische Trip durchaus einen Sog zu entwickeln, stößt aber inhaltlich immer wieder an Grenzen und lässt den Betrachter zunehmend ratlos zurück. Forster ist so verliebt in seine großstädtische Moritat, dass die Glaubwürdigkeit der Figuren mitunter in einer Dunkelkammer aus Effekten und Stimmungen abhanden kommt.





DETAILS

Stay

DVD
Originaltitel: Stay (USA 2005), ca. 95 Minuten
FSK 16
DVD im Handel und als VoD seit 25.08.06

Als Einzeltitel/in einer Box erhältlich:

Ewan McGregor Edition
Place Beyond the Pines, The & Stay / Double Up Collection

Extras

Szenenspezifische Kommentare von Cast & Crew; Star Featurettes; Interviews; Fotogalerie; "Departing Visions" & "The Music of Stay" Featurette; TV-Spots; Trailer; Presseheft im DVD-Rom-Part; Wendecover

Darsteller

Ewan McGregor (Trainspotting, Brassed off, Star Wars, Die Insel)
Naomi Watts (Mulholland Drive, King Kong, The Ring)
Ryan Gosling (The Believer, Mord nach Plan, Wie ein einziger Tag)
Bob Hoskins (Cotton Club, Felicia, mein Engel, Nixon)

Stab

Regie: Marc Forster
Drehbuch: David Benioff
Kamera: Roberto Schaefer
Produktion: Eric Kopeloff, Tom Lassally

Technische Angaben

Bild: 2,35:1 (anamorph)
Sprachen/Ton: Deutsch, Englisch (5.1 Dolby Digital)
Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte

TRAILERAUSWAHL

GROSS (640x360, 7.6 MB)

Angaben zum Vertrieb

Bst.-Nr. 501306, EAN 4006680036328













 
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