Nach fast 20 Jahren Ermittlungsarbeit hat Erroll Babbage nicht nur unzählige Sexualstraftäter aufgespürt, sondern auch den Glauben an den Rechtsstaat verloren. Zu oft hat er erlebt, wie Vergewaltiger aus Mangel an Beweisen freigelassen wurden. In seiner Besessenheit, Sexverbrecher festzusetzen, hat er so viele Regeln gebrochen, dass die Abteilung für öffentliche Sicherheit ihn in den Ruhestand abschiebt. Zwei Wochen vor seiner Zwangspensionierung soll er die junge Allison ausbilden. Als ein junges Mädchen spurlos verschwindet, ist Babbage überzeugt, dass nur ein Kandidat aus seiner Strafkartei dahinter stecken kann. Niemand glaubt ihm. Erst als er Allison zeigt, wozu Menschen fähig sein können, stimmt sie zu, ihm bei seiner letzten Mission zu helfen ...

Hochspannender Ermittlungsthriller mit einem großartig aufspielenden Richard Gere!

In der Presse

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The Flock - Dunkle Triebe

von Hans Messias

Wer gegen Ungeheuer kämpft, muss aufpassen, nicht selbst zum Ungeheuer zu werden. Dieser Satz zu Beginn von Wai Keung Laus (= Andrew Lau, „Infernal Affairs“) erstem US-amerikanischen Film gibt die Richtung vor. Erroll Babbage kümmert sich recht intensiv um seine Herde (engl. „flock“), doch er ist beileibe nicht der „gute Hirte“, sondern vielmehr ein Aufpasser, der mit äußerster Härte durchgreift. Als Bewährungshelfer für Sexualstraftäter kennt Babbage die Rückfallquoten und Dunkelziffern in seinem Metier; längst hat den Glauben an Menschen, insbesondere an seine Klientel, aber auch an das Rechtssystem verloren. Die für ihn logische Folge ist, dass er nicht wirklich hilft, sondern seine Klienten unter Druck setzt und in ihren Reihen für Ordnung sorgt. Mittel zum Zweck sind zynische Wortgefechte, verbale Drohungen, permanente Einschüchterungen, unangemeldete Besuche – und wenn all dies nicht hilft, wird der Baseballschläger aus dem Kofferraum geholt. Babbage nimmt seine Aufgabe so ernst, dass er knapp vor der Zeit vom Dienst suspendiert wird. Drei Wochen und drei Tage bleiben ihm, um seine Nachfolgerin auf ihren Job vorzubereiten. Er nimmt die Neue ungern unter seine Fittiche und versucht, ihr sozial-humane „Flausen“ auszutreiben, indem er mit ihr eine Reise ins Grauen antritt und sie mit Frauenschänder, sadomasochistische Schlägern und der Frau eines Serienkillers konfrontiert, über der ein schwer beweisbarer Verdacht lastet. Allison ist mehr als beeindruckt, jedoch längst nicht bereit, das zynische Weltbild ihres Vorgängers zu akzeptieren. Als eine junge Frau verschleppt wird und der anonyme Täter als eine Art Abschiedsgeschenk für Babbage ein Katz-und-Maus-Spiel in Szene setzt, kippt die bislang verhaltene Inszenierung und weicht einem dichten Psychothriller, in dessen Verlauf die beiden Bewährungshelfer zusammenfinden, zugleich aber in Sachen persönlicher Integrität auch Farbe bekennen müssen.

Lau hat mit Hilfe des überzeugend gegen den Strich gebürsteten Stars Richard Gere, dessen Verzweiflung und Einsamkeit in fast jeder Szene zu spüren ist, und der verhalten agierenden Claire Danes, die sich standhaft bemüht, ihren Glauben an das Gute nicht zu verlieren, einen weitgehend überzeugenden Psychothriller in der Tradition von „Das Schweigen der Lämmer“ (fd 28 838), „Sieben“ (fd 31 642) und „8mm“ (fd 33 572) geschaffen. Er lässt keine Lichtgestalt gegen die Übel dieser Welt antreten, sondern jemanden, der nicht mehr in der Lage ist, sich beim Waten im Unrat nicht selbst schmutzig zu machen. Der Plot, der Babbages düsterer Weltsicht recht gibt, wirkt zwar etwas überkonstruiert, doch die Konsequenz, mit der Geres als zwielichtiger, aber nachvollziehbarer Charakter gezeichnet wird, ist zu bewundern – auch wenn damit keine Sympathiepunkte erzielt werden. Inszenatorisch bietet Lau alle Effekte auf, die postmodernes Actionkino zu bieten hat: semidokumentarische Elemente, Zeitraffung, Reißschwenks, Jump Cuts, Totalen einer eintönig-tristen Wüstenlandschaft, durch die sich Babbages Auto fortbewegt. Der Film fordert durch seine affirmative Haltung zur Selbstjustiz Widerspruch heraus, lädt angesichts der abscheulichen Verbrechen aber auf abgründige Weise auch dazu ein, das eigene Denken auf den Prüfstand zu stellen. Eine perfide Gratwanderung, die unterstellt, dass es Situationen gibt, in denen das Ziel die Mittel heiligt, verpackt als nahezu perfektes Unterhaltungsangebot.





DETAILS

The Flock - Dunkle Triebe

DVD
Originaltitel: The Flock (Thriller, USA 2006), ca. 101 Minuten
FSK Keine Jugendfreigabe
DVD im Handel seit 22.02.08

Als Einzeltitel/in einer Box erhältlich:

Richard Gere / Tough Guy Edition

Extras

Interviews; Behind the Scenes; Fotogalerie; Biografien; Produktionsnotizen; Trailer

Darsteller

Richard Gere (Pretty Woman, Gnadenlos, Bee Season)
Claire Danes (William Shakespeares Romeo & Julia, Der Regenmacher, Stage Beauty)
Avril Lavigne (Fast Food Nation)
Matt Schulze (The Fast and the Furious, The Transporter)

Stab

Regie: Wai Keung Lau
Drehbuch: Hans Bauer, Craig Mitchell
Kamera: Enrique Chediak
Produktion: Wai Keung Lau, Jenette Kahn, Pilippe Martinez, Larry Rapaport, Elie Samaha

Technische Angaben

Bild: 2,35:1 (anamorph)
Sprachen/Ton: Deutsch (5.1 Dolby Digital, 6.1 dts-ES), Englisch (5.1 Dolby Digital)
Untertitel: Deutsch

TRAILERAUSWAHL

GROSS (640x360, 7.4 MB)

Angaben zum Vertrieb

Bst.-Nr. 501867, EAN 4006680042169







 
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