Tristan & Isolde

Nach Ende der römischen Besatzung Britanniens macht sich Irlands König Donnchadh die Rivalitäten der englischen Stämme zunutze und herrscht rücksichtslos über weite Teile der Insel. Den Widerstand von Stammesfürst Marke schlägt er brutal nieder, wobei dessen Adoptivsohn Tristan schwer verwundet und für tot erklärt wird. Marke lässt den leblosen Körper auf ein Floß betten und ins offene Meer treiben. Als er strandet, findet ihn Donnchadhs schöne Tochter Isolde und pflegt ihn gesund. Die beiden verlieben sich ineinander, doch Isolde verschweigt Tristan ihre wahre Identität. Wieder genesen kehrt Tristan zu Marke zurück und verspricht, für ihn die Tochter Donnchadhs zu erkämpfen, die der irische König als Preis eines Turniers ausgesetzt hat. Er ahnt nicht, dass er seine große Liebe zu Markes Braut macht...

Die tragische Liebesgeschichte von Tristan und Isolde beruht auf einer keltischen Legende aus dem frühen Mittelalter. Kevin Reynolds aufwändige Neuverfilmung besticht durch große Gefühle und spektakuläre Kampfszenen! Gladiator-Regisseur Ridley Scott wirkte als ausführender Produzent mit!

In der Presse

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Tristan & Isolde

von Jörg Gerle

Die Tragödie ist gut tausend Jahre alt. Lange vor Romeo und Julia gab es Tristan, den jungen Recken, liebgewonnenes Ziehkind von Lord Marke von Cornwall. Auch die elfengleiche Isolde, Tochter des machtbesessenen irischen Königs Donnchadh, der Marke und die übrigen Briten bedrohte. Das Schicksal wollte es, dass Tristan in einer der vielen Schlachten auf britischem Boden Morold, Isoldes ungeliebten Bräutigam, im Kampf erschlägt, dabei aber seinerseits vom giftgetränkten Schwert Morolds getroffen wird und in einen komaartigen Schlaf fällt. Sein engster Freund Melot, leiblicher Sohn König Markes, hält den Verwundeten für tot und gewährt ihm eine fürstliche Bestattung. Auf ein Totenschiff gebahrt, treibt der regungslose Tristan in den Fluten der irischen See seiner Bestimmung entgegen. Doch die führt nicht ins Jenseits, sondern nach Irland, wo ihn Prinzessin Isolde an der Küste entdeckt und ihn heimlich gesund pflegt – ohne sich zu erkennen zu geben und ohne seine Identität zu erahnen. Als am Hof bekannt wird, dass ein Engländer an der Küste sein Unwesen treibt, muss Tristan schweren Herzens fliehen, obwohl sich die Retterin und der Gerettete unsterblich ineinander verliebt haben. Das Schicksal führt das Liebespaar zu einem späteren Zeitpunkt abermals zusammen, ohne es allerdings gut mit ihm zu meinen. König Donnchadh sucht einen neuen Gemahl für seine Tochter, wozu er einen Wettkampf ausgeschrieben hat. Tristan reist im geheimen Auftrag von Marke zu dem Turnier, um Isolde für den König als Braut zu erbeuten. Er gewinnt den Kampf und erkennt in Isolde seine Geliebte; um des Friedens willen lässt er aber zu, dass sie König Marke heiratet. Doch wahre Liebe kann man auf Dauer nicht verdrängen.

Dem romantisch-tragischen Stoff hat Richard Wagner 1865 ein zeitloses Denkmal gesetzt. Für sein Musikdrama komponierte er nicht nur atemberaubende Musik, die als Bindeglied zwischen romantischer und Neuer Musik fungierte, sondern ergänzte den fragmentarisch überlieferten Stoff um zwei Topoi der erotischen Literatur: den Liebestrank, der die Seelen von Tristan und Isolde für immer vereint, und den Liebestod, den Isolde aus purem Gram über Tristans Tod sterben soll. In Kevin Reynolds Adaption des Stücks sucht man diese Zutaten vergeblich. Sein „Tristan & Isolde“ ist in dieser Beziehung weniger romantisch und eher naturalistisch. Der unwirkliche Zauber, mit dem die archaische Vergangenheit sonst gerne verklärt wird, hat hier kaum Platz. Brangäne, Isoldes Amme, erscheint weniger als Giftmischerin denn das mahnendes Gewissen Isoldes, die ihrerseits ob der Liebe zu Tristan immer leichtsinniger wird und ihren Ehemann Marke immer freizügiger hintergeht. Tristan ist kein Held von Gottes Gnaden, sondern ein traumatisierter Waise, der angesichts einer so nahen und doch so fernen Liebe bereit ist, alle neu geknüpften sozialen und gesellschaftlichen Bindungen zu opfern. Damit ist Reynolds ein modernes Drama in historischer Kulisse gelungen, das versucht, die tragisch-emotionale Ebene mit dem Action-Aspekt der Kämpfe zwischen Briten und Iren so zu verbinden, dass keine Publikumserwartungen enttäuscht werden. „Tristan & Isolde“ ist zwar mitunter arg dialoglastig, was man ihm ebenso als dramaturgische Schwäche auslegen könnte wie die mitunter ein wenig unspektakulär geratenen Kampfsequenzen. Andererseits befindet man sich hier weder im Reich der Elben noch des gewollt peppigen „King Arthur“ (fd 36 647) oder des verpoppten „Ritter aus Leidenschaft“ (fd 35 023), sondern in einem Film, der bemüht ist, sein Sujet ernst zu nehmen. Das merkt man nicht zuletzt auch an der Filmmusik von Anne Dudley, der es mit keltischen Flöten und irischen Fideln gelingt, die Stereotype des anglophilen Kostümfilms zu bedienen, ohne in esoterischen Folk-Kitsch zu verfallen. So finden sich im Score plötzlich nachdenkliche, verhaltene Klavierpassagen, wie man sie sonst nur aus den Psychodramen ambitionierter Hollywood-Filme kennt. Das gibt dem Film eine erstaunlich erwachsene Tönung.





DETAILS

Tristan & Isolde

Liebe ist stärker als Krieg

DVD
Originaltitel: Tristan & Isolde (Drama, History, Romance, Großbritannien / Deutschland / Tschechien / USA 2006), ca. 120 Minuten
FSK 12
DVD im Handel und als VoD seit 15.12.06

Extras

Musikvideo; Interviews; Making of; Fotogalerie; Bei den Dreharbeiten; Trailer

Ansicht Packshot

Darsteller

James Franco (Spider Man, The Company – Das Ensemble)
Sophia Myles (Mansfield Park, From Hell, Underworld)
Rufus Sewell (Hamlet, Dark City, Ritter aus Leidenschaft)
David O’Hara (Braveheart, Hotel Ruanda, Made)

Stab

Regie: Kevin Reynolds
Drehbuch: Dean Georgaris
Kamera: Artur Reinhart
Produktion: Lisa Ellzey, Giannina Facio, Moshe Diamant, Elie Samaha

Technische Angaben

Bild: 1,78:1 (anamorph)
Sprachen/Ton: Deutsch (5.1 Dolby Digital, 6.1 dts ES), Englisch (5.1 Dolby Digital)
Untertitel: Deutsch

Angaben zum Vertrieb

Bst.-Nr. 501334, EAN 4006680036601













 
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