Der Elefantenmensch

England im späten 19. Jahrhundert. Der „Elefantenmensch“ John Merrick leidet seit seiner Kindheit unter schwerwiegenden körperlichen Missbildungen, vor allem sein Kopf und Oberkörper sind stark deformiert. Von einem sadistischen und ausbeuterischen Schausteller wird er auf Jahrmärkten als seltene Kuriosität ausgestellt und vom sensationslüsternen Publikum begafft. Doch dann wird der Chirurg Frederick Treves auf seinen Fall aufmerksam und nimmt ihn mit sich nach London, um ihn dort zu untersuchen und ihm ein menschenwürdiges Zuhause im Hospital zu geben. Nach anfänglicher Skepsis ist schließlich auch das dortige Personal einverstanden, als sich zeigt, dass in dem „Elefantenmenschen“ ein sensibler und intelligenter Charakter schlummert. Doch trotz der fruchtbaren Bemühungen des Arztes, John Merrick in die Gesellschaft einzuführen, ist dieser auch hier nicht sicher vor der menschlichen Grausamkeit.

Der Film ist angelehnt an die wahre Geschichte des Joseph Merrick, der im viktorianischen Zeitalter als „Elephant Man“ traurige Berühmtheit erlangte und die Aufmerksamkeit des Chirurgen Frederick Treves erregte, der ihm Unterstützung anbot und im British Medical Journal einen Bericht über Merrick veröffentlichte. David Lynch transformierte diese wahre Begebenheit mit viel Fingerspitzengefühl in ein meisterhaftes filmisches Plädoyer für Menschlichkeit und Würde. Der Elefantenmensch wurde ein großer kommerzieller Erfolg und war im Jahr 1981 für acht Oscars® und fünf Golden Globes nominiert. Neben The Straight Story zählt der Film zu den erfolgreichsten und populärsten Werken des Regisseurs – nicht zuletzt aufgrund der beiden grandiosen Hauptdarsteller John Hurt und Anthony Hopkins.


Zur Restaurierung
Die neue 4K Restaurierung von Der Elefantenmensch wurde von L’Immagine Ritrovata (Bologna und Paris) unter David Lynchs Aufsicht durchgeführt, der auch persönlich die Farbkorrektur bei Fotokem (Los Angeles) vorgenommen hat. Die Restaurierung wurde vom Original Kameranegativ mit den neusten HDR 16bit Arbeitsschritten hergestellt, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. So wurden die Schwarzweißbilder in ihrer ursprünglichen Optik restauriert.

In der Presse

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Der Elefantenmensch

von Marie Anderson

Auf dem tatsächlichen Schicksal des Briten Joseph Merrick (1862-1890) beruht dieses triste Drama von David Lynch aus dem Jahre 1980 in düsteren Schwarzweißbildern. Dieser unglückselige Mensch, dessen Körper und vor allem Kopf in Schrecken erregender Weise entstellt sind, fristet ein verachtetes, unwürdiges Dasein als stilisiertes Monster eines Jahrmarkts, dem auf Grund seiner extrem abweichenden Erscheinung jegliche menschlichen Ausprägungen abgesprochen werden und das einem bösartigen Tier gleich abgeschottet und erbärmlich untergebracht wird.

Er gilt als gruselige Sensation, deren Sichtung sich die Schaulustigen gern etwas kosten lassen: Der so genannte Elefantenmensch (John Hurt), den der unbarmherzige und brutale Schaubudenbesitzer Bytes (Freddie Jones) wie einen Gefangenen hält und gegen klingende Münze ausstellt. Der Kopf dieser gepeinigten Kreatur ist von absonderlicher Form und ebensolchem Umfang, während sein Körper von unzähligen Tumoren bedeckt ist, seine deformierten Gliedmaßen ihm die Bewegungsfreiheit enorm einschränken und seine Atemwege durch diese ungünstigen Anordnungen extrem belastet sind.

In diesem jämmerlichen Zustand begegnet ihm der Arzt Dr. Frederick Treves (Anthony Hopkins), der sich zunächst aus wissenschaftlichen Gründen für den jungen Mann interessiert, dessen Identität sich als John Merrick herausstellt. Treves bringt ihn in dem Hospital unter, in dem er arbeitet, wo sich der gequälte Mann zunächst einmal ausruhen kann, von dem angenommen wird, dass er auch auf geistiger Ebene stark behindert ist. Doch es ist nicht leicht, diesen scheinbar geschützten Ort für Merrick zu erhalten, zumal der Direktor des Krankenhauses darauf drängt, ihn anderswo unterzubringen ...

Beginnt Der Elefantenmensch auch wie ein Horrorfilm des Viktorianischen Zeitalters, der es vermag, eine wachsende diffuse Spannung um die zunächst stumme Figur des John Merrick aufzubauen, wandelt sich diese Stimmung zu einem traurigen Drama, als deutlich wird, dass sich hinter der Monster-Fassade ein empfindsamer, gebildeter Mensch verbirgt, der sich nichts dringlicher wünscht, als das Gefühl, geliebt zu werden. Mit Merricks Akzeptanz innerhalb der gehobenen Gesellschaft Londons wird dieser zu einem humanistischen Symbol, dessen dargestellter Sogkraft durchaus eine gute Portion Idealismus anhaftet.

Seinerzeit für acht Oscars, drei Golden Globes und und sieben BAFTA Awards nominiert, von denen er drei gewann, wurde Der Elefantenmensch unter anderem mit einem César als Bester ausländischer Film prämiert. Auch wenn die krasse Schwarzweißzeichnung der Figuren mitunter ein wenig indifferent wirkt, zeichnet sich der Film durch seine spannende Dramaturgie, seine ganz hervorragenden Darsteller und vor allem durch seine bewegend inszenierte Geschichte eines Menschen aus, dessen unsägliche Einsamkeit und Pein den Zuschauer nachhaltig berühren und daran erinnern, dass auch die erbärmlichste Kreatur fähig ist, Glück zu empfinden.





DETAILS

Als EST ab 02.04.20

Der Elefantenmensch

DVD
Originaltitel: The Elephant Man (Drama, USA / UK 1980), ca. 119 Minuten
FSK 12

Extras

Joseph Merrick: Der reale Elefantenmensch; Filmografien; Fotogalerie; Trailer; Wendecover

Ansicht Packshot

Darsteller

John Hurt ("Hellboy", "1984", "Alien")
Anthony Hopkins ("Wiedersehen in Howards End", "Das Schweigen der Lämmer")
Anne Bancroft ("Die Reifeprüfung", "Sein oder Nichtsein")

Stab

Regie: David Lynch
Drehbuch: Christopher De Vore, Eric Bergren, David Lynch
Kamera: Freddie Francis
Produktion: Stuart Cornfeld, Jonathan Sanger, Mel Brooks

Technische Angaben

Bild: 2,35:1 (anamorph)
Sprachen/Ton: Deutsch, Englisch (Stereo Dolby Digital)
Untertitel: Deutsch

Angaben zum Vertrieb

Bst.-Nr. 502520, EAN 4006680048864







 
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