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BARON NOIR

Produktionsnotizen

04.05.2017

BESETZUNG

Philippe Rickwaert Kad Merad
Francis Laugier Niels Arestrup
Amélie Dorendeu Anna Mouglalis
Salomé Rickwaert Lubna Gourion
Véronique Bosso Astrid Whettnall
Cyril Balsan Hugo Becker
Gérard Balleroy Michel Muller


STAB

Idee & Drehbuch: Éric Benzekri, Jean-Baptiste Delafon
Regie: Ziad Doueiri
Produzenten: Thomas Bourguignon, Stéphanie Carrère


GENRE UND FORMAT

Politserie
8 Episoden (je ca. 60 Min.), alle technischen Details zu DVD und Blu-ray entnehmen Sie bitte dem beigefügten Datenblatt


KURZINHALT

Philippe Rickwaert (Kad Merad), Parlamentarier und Bürgermeister der nordfranzösischen Stadt Dünkirchen, macht Wahlkampf für seinen langjährigen Freund Francis Laugier (César-Gewinner Niels Arestrup), Präsidentschaftskandidat der Linken. Als ein Parteiskandal wegen schmutziger Finanzdeals droht, lässt Francis seinen Ziehsohn jedoch eiskalt fallen, um seinen eigenen Ruf zu retten. Rickwaert ist vernichtet, seine politische Karriere liegt in Scherben.
Doch Schritt für Schritt kämpft er sich wieder hoch und ist fortan davon besessen, sich an Laugier zu rächen. In diesem Rachekosmos unrettbar gefangen, schmiedet Rickwaert die perfidesten Plots, schließt scheinbar absurde Allianzen und ersinnt gefährliche Täuschungsmanöver. So versucht er Francis‘ enge Beraterin Amélie Dorendeu (Anna Mouglalis, Romanzo Criminale), auf seine Seite zu ziehen, schreckt nicht vor Kontakten mit Kriminellen zurück – und ist immer gleichzeitig Jäger und Gejagter, denn seine inneren Dämonen lassen ihn nicht los.




BARON NOIR - EINE POLITISCHE SERIE
VORWORT VON FABRICE DE LA PATELLIÈRE UND DOMINIQUE JUBIN, LEITER DER FRANZÖSISCHEN FIKTION BEI CANAL+

Wir wollten schon seit geraumer Zeit eine französische Serie über Politik produzieren, als uns im Mai 2012 eine E-Mail von Jean-Baptiste Delafon und Éric Benzekri mit der Idee zu einem Serienstoff erreichte, der unsere Begeisterung hervorrief. Es drehte sich in dieser Serie um einen „Polit-Gangster“, einen brillanten Kopf, der von inneren Dämonen getrieben, aber charismatisch war. Er ist ein klarsichtiger Stratege, der sich mit politischen Herausforderungen ebenso auskennt wie mit Intrigen in den Hinterzimmern und dabei ganz genau weiß, welche Themen gerade die öffentliche Meinung beschäftigen. Dieser Mann schläft wenig, befindet sich immer im Kampfmodus, und sein Leben ähnelt einem zügellosen Wettlauf.

Mit BARON NOIR haben Delafon und Benzekri eine Serie geschrieben, die tief in der französischen Politlandschaft verankert ist. Die Handlung pendelt zwischen Dünkirchen und Paris, lokaler und nationaler Politik und ist in der Beschreibung der politischer Abläufe sehr authentisch. Die Hauptfigur des Philippe Rickwaert hat dabei etwas Romanhaftes. Man nennt ihn den „Schwarzen Baron“ und folgt seiner atemlosen, höllischen Reise. So wird er nach einer Finanzaffäre um schwarze Parteikassen von seinem einstigen politischen Freund, der nun Präsident ist, degradiert und muss sich langsam wieder emporarbeiten und dafür sorgen, dass seine politischen Ideen wieder Gewicht erlangen. Rickwaert ist ein genialer Strippenzieher, bleibt jedoch den Idealen treu, die ihn einst zum Politiker machten. Er schreckt vor nichts zurück. Das macht seine Stärke aus, könnte ihm jedoch auch einmal fatal werden.

In BARON NOIR geht es also einerseits um die hehren Ideale der Politik von Menschen, die an die Gesellschaft von morgen denken, andererseits aber auch um Machtspiele, faule Kompromisse und politische Manöver hinter den Kulissen. Die Hauptfiguren sind zu allem bereit, um sich und ihre Ideen durchzusetzen, um die Gesellschaft zu verändern, falls nötig. Aber weil sie durch zwiespältige Absprachen tief im politischen Morast stecken, verbringen sie die meiste Zeit damit, die Brandherde zu löschen, die sie selbst entzündet haben.

Die beiden Autoren sind nicht nur exzellente Schreiber, sondern kennen sich auch gut mit den gegenwärtigen politischen Zuständen in Frankreich aus. Die Inspiration zur Serie basiert nicht auf real existierenden Politikern, sondern setzt auf mögliche und nachvollziehbare Handlungen und Konflikte. Es handelt sich in dieser Geschichte um eine fiktive Sozialistische Partei Frankreichs, aber natürlich geht es um die Politik und ihre Protagonisten im Allgemeinen, jenseits aller Parteigrenzen. Dabei wird auch der Generationenkonflikt thematisiert. Eine Figur wie Amélie Dorendeu gehört einer jüngeren Generation von Politiker/innen an, die ihren Idealen treu bleiben möchte, ohne sich die Hände schmutzig zu machen.

Der libanesische Regisseur Ziad Doueiri brachte den frischen Blick eines ausländischen Filmemachers mit in dieses Projekt ein. Er kannte das politische System in Frankreich vorher nicht und half uns oft, es besonders für Uneingeweihte nachvollziehbarer zu machen. Aber vor allem war es Ziad Doueiri wichtig, einen Rickwaert zu zeigen, der immer akuten Handlungsbedarf hat und dabei seine ganze Energie in sein (politisches) Überleben steckt. Daher filmt er ihn immer auf Schulterhöhe und ist ganz dicht bei ihm. Er versteht es aber ebenso, ihn in seinen einsamen Momenten von seiner menschlichen Seite zu zeigen: als einen Politiker, der zweifelt, sich Fragen stellt. Den Hauptdarstellern Kad Merad, Niels Arestrup und Anna Mouglalis gelingt es dabei ebenso wie den Nebendarstellern, ihre Figuren auch dann glaubhaft zu verkörpern, wenn diese genau das Gegenteil von dem tun, wofür sie stehen.



„DER SCHWARZE BARON“ - EIN HELD UNSERER ZEIT
VORWORT DER PRODUZENTEN THOMAS BOURGUIGNON UND STÉPHANIE CARRÈRE

In der Welt der Serien gibt es ein Genre, das uns als gutes Barometer für die Demokratie erscheint, für ihre Fähigkeit, ihre Machthaber und die Meinungsfreiheit zu hinterfragen: die Politserie. Aber bisher gab es in Frankreich noch keine Serie über einen glaubhaften Politiker als Haupthelden, dessen Werdegang man versteht und mitverfolgt. In anderen großen Demokratien gibt es diese Protagonisten längst. Man denke an die Serien West Wing oder House of Cards in den USA, an Großbritannien mit The Politician’s Husband („Der Mann an ihrer Seite“), an Dänemark mit Borgen oder an Italien mit 1992. Das allein beweist, dass man in diesem Genre qualitativ reüssieren und auch beim Publikum Erfolg haben kann.

Die Handlung von BARON NOIR spielt in Frankreich. Obwohl es sich hier um eine komplett fiktionale Serie handelt, ähnelt das darin dargestellte Frankreich dem unsrigen. Die Namen der Parteien und Medien werden nicht verfremdet. In diesem Frankreich nennen sich die Journalisten mit echtem Namen, und die politischen Konflikte sind authentisch und nachvollziehbar. Es geht um Verschuldung, Bildung und den Aufstieg des Front National.

Und doch ist BARON NOIR kein Lehrstück. Ähnlichkeiten mit existierenden Personen oder Ereignissen wären reiner Zufall. Zusammen mit Canal + hatten wir den Anspruch, ein realistisches Bild des politischen Frankreichs zu entwerfen, in dem sich die Zuschauer wieder erkennen, weil es von ihnen handelt.

Dieser „schwarze Baron“ ist Philippe Rickwaert, sozialistischer Bürgermeister von Dünkirchen und Parlamentsabgeordneter. Ein „Baron“ der Sozialistischen Partei, der mit der Unterwelt flirtet, um seine politischen Ziele durchzusetzen. Eine Hauptfigur, die uns fasziniert und berührt, nicht weil sie für einen Politiker steht, sondern weil sie zutiefst menschlich ist.

Der schwarze Baron ist Kad Merad. Wir wollten einen beliebten Schauspieler, den das Punlikum kennt und liebt, der etwas darstellt, was ihm vertraut ist. Von diesem positiven Image wollten wir ausgehen, um den Zuschauer mitzunehmen, ihm eine komplexe und ambivalente Figur zu präsentieren. Kad war von dieser Herausforderung sofort fasziniert. Er wollte einen zwiespältigen Politiker verkörpern und jemanden spielen, der sich stark von seinen üblichen Rollen unterscheidet. Er hat sich so sehr diese Figur angeeignet, dass er nach 100 Tagen Dreharbeiten sagen konnte: „Der schwarze Baron bin ich.“

Ziad Doueiri haben wir von Anfang an für die Regie im Auge gehabt. In seinem Film The Attack, nach dem Bestseller „Die Attentäterin“ von Yasmina Khadra, hat er es phantastisch geschafft, den Zuschauer emotional mitzunehmen und ihm dabei das Dilemma einer hochkomplexen menschlichen und politischen Situation klar zu machen. Dabei beeindruckte uns auch, wie er die Städte eingefangen hat, wie man als Zuschauer Tel Aviv und Nablus entdeckt und die dort lebenden Israelis und Palästinenser zu verstehen lernt. Dieses Einfühlungsvermögen für zwei Städte und sein Genie, Orte zu filmen, war für uns wesentlich. Denn in BARON NOIR pendeln wir zwischen den goldenen Palästen der Republik und den (postmodernen) Industriewelten von Dünkirchen, zwischen den Machthabern in der Hauptstadt Paris und den Mächtigen in der Provinz.

Ziad hatte in Frankreich keinen Agenten, also kontaktierten wir ihn über Facebook, beschrieben ihm ausführlich unser Projekt und hofften, dass er eines Tages antworten würde... Zehn Minuten später rief er an, und erzählte, dass er sich seit Monaten fragte, warum es in Frankreich keine politischen Serien gebe und wie gespannt er bereits auf unser Drehbuch sei. Wir schickten ihm die ersten vier Drehbücher und bereits am nächsten Morgen trafen wir uns. Noch am gleichen Tag beschloss er, die Dreharbeiten zu seinem nächsten Film im Libanon um anderthalb Jahre zu verschieben, und so trat BARON NOIR in die Produktionsphase. Das war im September 2014.

Das Abenteuer hatte allerdings schon viel früher angefangen. Bereits im Juni 2012 begannen wir zusammen mit Jean-Baptiste Delafon und Éric Benzekri mit der Entwicklung der Serie. Von Anfang an brachten sie sich neben dem Schreibprozess auch in die künstlerische Produktion ein. Mit einem Augenzwinkern hatten sie uns darum gebeten, ihnen einen Campingwagen zu mieten, damit sie während der Dreharbeiten weiter schreiben könnten. Wir hatten sie nicht ernst genommen und gedacht, dass die Drehbücher zu Drehbeginn fertig sein würden. Aber wir hatten uns geirrt.

Unseretwegen mussten sie den Hinterraum einer Restaurantküche auf der Autobahn als Büro benutzen sowie einen Festsaal in Dünkirchen, einen Feuerwehrwagen, den Industriestrand von Dünkirchen (Digue du Braek), eine Lagerhalle für gemahlenes Glas usw. Wir haben eine ganze Reihe von Fotos von diesen Schreibateliers behalten, die unsere gesamte Produktion begleitet haben. Denn die Drehbücher wurden erst einen Monat vor Drehschluss beendet. Wir bewundern die beiden dafür, dass sie unter allen Umständen und an allen erdenklichen Orten kreativ sein können.

Die Serie nimmt sich mit insgesamt acht Stunden Spieldauer sehr viel Zeit, womit sie – mehr als ein Film – einem Fortsetzungsroman ähnelt. Das erinnert an die Autoren des 19. Jahrhunderts, die ihre Werke zunächst als Fortsetzungen in Zeitungen veröffentlichten. Serienautoren schaffen Welten, denken sich Figuren aus, die im Laufe der Ausstrahlungen und der Zeit zu Archetypen unserer Kultur werden. Es sind Helden, die etwas über unsere Epoche mit all ihren Kämpfen und Widersprüchen und über die Dynamik eines Landes aussagen. Der Wunsch, im Frankreich von heute die Serie in die Politik einzuführen und die Politik in die Serie, ist unsere treibende Kraft.





DIE FIGUREN DER SERIE


Philippe Rickwaert (Kad Merad)
Philippe Rickwaert hat zur Politik gefunden wie andere zur Religion: mit absoluter Hingabe und Besessenheit. Damit hat der ungeliebte Arbeitersohn seine Chance für eine soziale und existenzielle Revanche genutzt. Die Politik bietet ihm nicht nur die Gelegenheit, die Karriereleiter empor zu klettern, sondern auch ganz konkret Einfluss auf die Welt zu nehmen. Für ihn sind persönlicher Ehrgeiz und Sinn für das Gemeinwohl nicht voneinander zu trennen. Während Philippe vorgibt, die Welt zu verändern, versucht er in Wirklichkeit, sich selbst zu retten. So erklärt sich sein durch Abhängigkeit und Absolutheit bestimmtes Verhältnis zur Politik.

Vor allem ist Philippe Rickwaert jedoch jemand, der überzeugt und verführt. Er lässt nie locker und pirscht sich an jedes Gespräch heran wie ein Jäger an seine Beute, indem er versucht, sein Gegenüber mental zu beherrschen. Für die Menschen, die ihm nahe stehen, ist das faszinierend und anstrengend zugleich. In seiner Welt gibt es nur Verlierer und die anderen. Er handelt aus einem Gefühl der Überlegenheit heraus, und auch das verbindet ihn mit Francis Laugier und Amélie Dorendeu. Alle drei lehnen auf ihre Weise die Mittelmäßigkeit einer Epoche ab, in der sich die Politik von der Wirtschaft, den Statistiken und internationalen Einschränkungen entmachten lässt. Für sie steht Politik vor allem für ein gewisses sentimentales Verhältnis zur Geschichte und zu Frankreich.


Francis Laugier (Niels Arestrup)
Francis Laugier will in seiner Amtszeit als Präsident in die Fußstapfen von De Gaulle und Mitterrand treten: Die Größe ist sein Ziel, als Sockel der Autorität über sein Lager dienen ihm die Verachtung und die Indifferenz und als sein taktischer Kompass fungiert die totale Kontrolle der Machtverhältnisse. Weil Laugier das Potenzial Rickwaerts schon sehr früh erkannt hat und von dessen unkonventioneller Art fasziniert ist, hat er ihn zu seinem Adjutanten auf dem Weg zur Macht befördert. Doch als es in der ersten Folge zum Bruch zwischen beiden Männern kommt, wird das für die fünfjährige Amtszeit des Präsidenten und sein weiteres Schicksal Konsequenzen haben. Denn wer Leichen im Keller hat, dem kann ein ehemaliger Freund sehr viel gefährlicher werden als ein alter Feind…


Amélie Dorendeu (Anna Mouglalis)
Amélie Dorendeu stammt aus einer großbürgerlichen Pariser Familie. Als Absolventin der Elitehochschule ENA hat sie für die Europäische Kommission gearbeitet. Durch ihre technokratische Art unterscheidet sie sich von Philippe, der nur langsam erkennt, dass Amélie sich trotz ihres korrekten Auftretens in der erbarmungslosen Politikwelt bestens zurechtfindet und sich dort behauptet. Indem sie die beiden Raubtiere Rickwaert und Laugier diskret auf in etwa gleiche Distanz hält, verschafft sich Amélie schrittweise eine gute Ausgangsposition für ihre eigenen Pläne.


Salomé Rickwaert (Lubna Gourion)
Salomé ist Philippes einzige Tochter. Für ihr Alter bringt sie eine erstaunliche Reife mit. Außerdem spürt man, dass ihr Vater stets bestrebt war, sie zu Verantwortung zu erziehen: gegenüber sich selbst und anderen. Salomé geht nicht auf Konfrontationskurs zu ihrem Vater, sondern versucht, ihm noch näher zu kommen, indem sie bei ihm einzieht und ihn in seiner politischen Arbeit unterstützt.



Véronique Bosso (Astrid Whettnall)
Véronique Bosso ist Philippe Rickwaerts erste Stellvertreterin in der Stadtverwaltung von Dünkirchen. Auch sie ist um ihre Unabhängigkeit bemüht. Doch aus dem Schatten des schwarzen Barons herauszutreten, verlangt viel Entschlossenheit und die Fähigkeit, große Abstriche bei Beziehung und Familie zu machen.


Cyril Balsan (Hugo Becker)
Cyril Balsan ist Absolvent der Elitehochschule École Normale Supérieure. Der von Philippe Rickwaert sehr beeindruckte junge Mann arbeitet als dessen parlamentarischer Assistent. Er ist sein treuester Mitarbeiter und identifiziert sich dermaßen mit seinem Mentor, dass er sich dabei selbst schadet.


Gérard Balleroy (Michel Muller)
Der Dünkirchener Geschäftsmann Gérard Balleroy ist auf Recycling und die Wiederaufbereitung von Industriematerialien spezialisiert. Er ist der Arbeitgeber von Bruno Rickwaert, Philippes Bruder. Als er von Philippe um eine Finanzhilfe gebeten wird, nutzt er dies für seinen Einzug in die öffentlichen Märkte. Hinter Balleroys ungehobelter Fassade und seiner vulgären Sprache verbirgt sich jedoch ein äußerst schlauer Kopf.





INTERVIEW MIT HAUPTDARSTELLER KAD MERAD


Warum wollten Sie den Politiker Philippe Rickwaert spielen?

KAD MERAD: Ich habe diese Rolle angenommen, weil das Angebot im richtigen Moment kam: als ich nicht damit rechnete. Nichts lag mir ferner, als einen Politiker zu verkörpern, auch wenn ich mir jetzt durchaus zutraue, unterschiedlichste Figuren zu spielen. Normalerweise erhalte ich Drehbücher für Komödien, eher klassische Rollen. Dann las ich die beiden ersten Bücher von BARON NOIR, die mich beeindruckten, weil alles sehr dicht und gleichzeitig nachvollziehbar blieb. In dieser Serie begeben wir uns unter Menschen, die Politik gestalten. Danach sah ich The Attack des libanesischen Filmemachers Ziad Doueiri, der bei dieser Serie Regie führen sollte. Das war wie ein Schlag in die Magengrube. Ziad kannte mich nicht, und das änderte für mich einiges. Er hatte lediglich Superstar von Xavier Giannoli gesehen, der ihm gut gefallen hatte.


Und was sprach Sie bei dieser Figur besonders an?

Zunächst der Umstand, dass ich keine Ahnung von Politik habe. Als mir Philippe Lioret in Keine Sorge mir geht’s gut die Rolle des Vaters von Mélanie Laurent anbot, war ich gerade kurz über 40 und hatte noch keine Kinder. Es erschien mir damals wie die pure Science-Fiction, den Vater einer 20-jährigen jungen Frau zu spielen. Bei diesem Projekt ist es genauso. Politik ist nicht mein Ding. Aber alles, was ich nicht beherrsche, reizt mich.


Welche Eigenschaften haben Sie an Politikern beobachtet, die Ihnen bei der Rolle geholfen haben?

Ich stellte fest, dass diese Männer und Frauen miteinander reden, als wären sie auf dem Schulhof. Sie beleidigen sich ständig, auch wenn sie zum Schein auf Höflichkeitsfloskeln zurückgreifen könnten. BARON NOIR ist da sehr realistisch. Die Sprache in der Serie ist oft sehr ordinär, entspricht aber dem Vokabular der Politiker. Ich kenne ja selber auch einige. Privat sind das die reinsten Lämmer, aber sobald sie in die Arena treten, geht bei ihnen ein Licht an und die Spitzen sprudeln nur so aus ihnen heraus. Wenn sie das Recht hätten, sich zu prügeln, würden sie es tun. Éric Benzekri, einer der beiden Drehbuchautoren, hat das sehr gut eingefangen. Schließlich hat er zwanzig Jahre lang politische Reden für die Sozialistische Partei Frankreichs geschrieben. Dennoch hielt mich dieser realistische Rahmen nicht davon ab, mir die Figur selber zu erschaffen. Die Serie zeigt ja vor allem ganz intime Abläufe in der Politik, und so hat man einen großen Handlungsspielraum. Ich stellte mir viele Fragen. Wie redet so ein Politfuchs nach einer Sitzung mit den Personen aus seinem persönlichen Umfeld? Hat er geschwitzt? Hat er Angst bekommen? Wer ist er wirklich? All diese Dinge versuchte ich mir vorzustellen.


Rickwaert scheint ständig mit anderen auf Konfrontation zu gehen...

Er hat Politik nicht in den Eliteschulen gelernt, sondern von der Pike auf. Er ist ein Arbeiterkind. Ich verstehe ihn. Auch ich habe den Beruf des Schauspielers nicht auf den Schauspielschulen gelernt, sondern führte zuerst meinen Eltern Sketche vor, bevor ich mir ein anderes Publikum suchte....

Der von Niels Arestrup gespielte Präsident sagt über Rickwaert am Ende der ersten Folge: „Der Typ ist verrückt und gefährlich“. Aber er scheint auch an sein politisches Engagement zu glauben...

Genauso ist es. Wenn er die Arbeiter in der Clamex-Fabrik besucht, spricht der Baron ihre Sprache. Er isst mit ihnen Merguez-Würstchen und trinkt Bier. Er fühlt sich wohl unter diesen Leuten, wohler als unter Politikern. Er glaubt an das, was er tut, auch wenn er zu allem bereit ist. Für mich ist er kein Schurke, der ein doppeltes Spiel spielt. Er kennt nur eine Spielart und dabei ist er gnadenlos. Rickwaert ist bereit, alle platt zu machen, um seine Haut zu retten.


Er hat ja nur seine Tochter. Ist er eigentlich sehr einsam?

Für mich ist er jemand, der keine Freunde hat. Niemand außer seiner Tochter kann ihn von seinem Weg abbringen. Er hat kein Sozialleben, man trifft ihn nie in einer Kneipe. Er ruht sich nie aus und macht keinen Urlaub. Man sieht ihn oft nachts in seinem Auto, immer auf dem Sprung... Er ist ja fast ein Geheimagent.


Wie würden Sie die beiden ganz unterschiedlichen Seiten von Rickwaert beschreiben?

Für einen Schauspieler ist dieses Doppelbödige eine Freude, denn es hat auch etwas mit mir zu tun. Ich denke mir meine Figuren ja nicht aus. Sie stecken in mir, auch der „Schwarze Baron“. In der zweite Folge gibt es eine Szene, wo ihm ein Anruf Angst macht und dann dreht er sich zu seinem Team um, mit diesem breiten Lächeln. Er hat nie Ruhe, aber er muss so tun als ob und seine Mitarbeiter beruhigen. Es ist angenehm, das zu spielen, vor allem, wenn man von einem Regisseur wie Ziad Doueiri so gut geführt wird. Er hat wirklich großartige Arbeit geleistet. Sein Ziel war, alles dynamisch wirken zu lassen. Er wollte eine Nähe zu den Figuren herstellen, eine Menschlichkeit, die dazu führt, dass man Risiken eingeht. Am Set herrschte eine große Geschäftigkeit und eine Stimmung, die vieles möglich machte. Wir wollten Dinge ausprobieren, auch die Drehbuchautoren waren immer dabei und gaben mir Ratschläge. So war ich immer gut aufgehoben und wurde nie mit meiner Figur alleine gelassen.


Wenn man einen mit allen Wassern gewaschenen Politiker wie Philippe Rickwaert spielt, wie umgeht man dann den Vorwurf, dass doch „alle korrupt“ seien?

Man darf dieses Klischee der „korrupten Eliten“ nicht damit verwechseln, wie hart, ja wie brutal, Politik sein kann. In BARON NOIR gehen wir damit so aufrichtig wie möglich um. Ich habe mit einigen Politikern gesprochen, die mir bestätigt haben, dass viele Dinge so ablaufen. Wenn jemand die Leitfigur, der Chef ist, dann muss er manchmal auch symbolisch Gewalt anwenden, um seine Ziele durchzusetzen. Das alles gibt es und ich habe keinerlei Probleme damit, auch die Tiefschläge und die Manipulationen im politischen Tagesgeschäft zu zeigen. Ja, der Staatspräsident spricht privat und öffentlich zwei ganz unterschiedliche Sprachen. Auch diese Menschen arrangieren sich, wie wir alle im Leben. Das sind aber Männer und Frauen, die ihren Beruf aufregend finden. BARON NOIR ist kein Pamphlet gegen Politiker, aber die Serie verherrlicht und entlastet sie auch nicht. In einer Serie hat man die Zeit, Figuren einzuführen und ihre Komplexität darzustellen. Genau das wollten wir auch tun.




INTERVIEW MIT DEN DREHBUCHAUTOREN ÉRIC BENZEKRI UND JEAN-BAPTISTE DELAFON


Wie ist die Serie entstanden?

Éric Benzekri: Bevor ich Drehbuchautor wurde, hatte ich lange in der Politik gearbeitet: zuerst als studentischer Gewerkschafter, dann als Berater von Abgeordneten, Ministern und Präsidentschaftskandidaten. Das auslösende Moment für BARON NOIR war für mich die Entdeckung, dass es verblüffende Gemeinsamkeiten zwischen meinen Erfahrungen in der Politik und Serien wie Die Sopranos oder The West Wing gibt. Die Sopranos, die Beobachtung einer Mafia-Familie aus New Jersey, handelt von Klans – sie ähneln tatsächlich den „Strömungen“, mit denen ich in der Politik zu tun hatte – und da werden Treueschwüre ständig gebrochen und lauert überall der Verrat. In The West Wing wiederum geht es um Ideale und Träume. Diese können durchaus kompatibel mit Politik sein, auch wenn es anfangs nicht danach aussieht. Die Persönlichkeit von Philippe Rickwaert, dem Helden von BARON NOIR, entstand aus unserem Wunsch heraus, diese widersprüchlich anmutende, aber real existierende Gemengelage zu inszenieren.


Wer ist der „schwarze Baron“ wirklich?

Jean-Baptiste Delafon: Beim BARON NOIR spürt man das Verlangen nach sozialer Revanche. Er hat keine Elitehochschule besucht und ist der Volksvertreter eines Arbeiterwahlkreises. Am Ende der Staffel sagt jemand: „In der Politik zählt Rache mehr als Diplome.“ Mit diesen Worten lässt sich die Figur treffend beschreiben.

E. B.: Rickwaert hätte unter Jaurès [Jean Jaurès, französischer Sozialist, 1859-1914, A.d.Ü.] ein führender Politiker sein können. Er besitzt eine Vision, Werte und Charisma. Doch seine politische Familie hat „den Kampf zugunsten des Managements aufgegeben“, wie der sozialistische Präsident Laugier es ausdrückt. Deshalb muss der schwarze Baron seine Überzeugungen und Taten auf Umwegen erreichen, zumal er ein Einzelgänger mit widersprüchlichem Charakter ist.

J-B. D.: In der Welt der Politik herrschen brutale Gesetze. Zwar stellt man jede Menge strategischer Überlegungen an, aber letztlich läuft vieles auf diese unterschwellige Brutalität hinaus, die oft als Grundlage für eine gute Serie dient.

E. B.: Entweder bist du stark und überlebst, oder du wirst entsorgt, was gravierende Folgen haben kann.

J-B. D.: Vor diesem Hintergrund war es sehr wichtig, was Kad Merad in die Rolle eingebracht hat. Er strahlt etwas Populäres aus, was sehr gut zu der Figur passt. Dadurch mussten wir nicht zu sehr auf Rickwaerts proletarische Ursprünge eingehen. Kad hat nicht das Image eines klassischen strahlenden Helden und kann dadurch glaubhaft einen Politiker verkörpern, der in erster Linie durch seine Ideen und seine Worte überzeugt.


Amélie Dorendeu, die von Anna Mouglalis gespielt wird, repräsentiert das Gegenteil von Rickwaert: die bürgerliche Linke…

E. B.: Die Linke der Technokraten. Sie ist Absolventin der Elitehochschule ENA. Sie hat es schwer in Zeiten, wo die Europäische Kommission angegriffen wird, wo der Vorwurf der „Verschwörung“ im Raum steht und die Eliten sich in einer Krise befinden. Mit der Figur der Amélie stellt die Serie zwei Lager innerhalb der Linken gegenüber (und bringt sie einander auch näher): die militante Fraktion und die der ENA.

Laugier, den Niels Arestrup spielt, ist der frisch gewählte Staatspräsident…


E. B.: In der Gestalt von Niels verkörpert Laugier die natürliche Autorität und die verführerische Kraft eines Mitterrand, doch in Zeiten von Twitter kann er sich ein Schweigen nicht leisten. Die Kommunikation eines Jacques Pilhan [Medienberater der französischen Präsidenten Mitterrand und Chirac; A.d.Ü.] ist (leider) vorbei. In der heutigen Politik bestimmen und strukturieren nicht mehr die Abgeordneten und hohen Politiker die Berichterstattung der Medien, sondern es funktioniert anders herum. Das verstärkt bei ihnen ein Gefühl von Machtlosigkeit.


BARON NOIR zeigt aber auch die Parteiarbeit an der Basis…

J-B. D.: Wir bleiben auf Augenhöhe mit den Menschen und heben die Gruppe, die Familie hervor. Immer wenn Éric mir von seinen Abenteuern aus der Politik erzählte, imponierte mir dieser Aspekt am meisten. In der Politik steht und fällt alles mit der Anzahl der aktiven Kämpfer. Das sieht man sonst selten in Filmen und Serien, wo man immer den Eindruck hat, dass die Geschicke der Menschen von oben gelenkt werden, als wären sie Schachfiguren. Wir aber erzählen von Verwurzelung, Hochburgen und einem Politiker an der Basis. BARON NOIR ist fest in der französischen Wirklichkeit verankert.


Warum haben Sie die politische Zugehörigkeit der Figuren so stark betont?

E. B.: Wir haben die echten Namen von Parteien und Medien verwendet, weil wir glauben, dass man eine Politserie nicht mit erfundenen Parteien und in einer medialen Parallelwelt inszenieren kann. Zum anderen wollten wir keinen Protagonisten, der über den Dingen steht. Der schwarze Baron sollte mitten im Getümmel sein, sich also für ein Lager entscheiden.

J-B. D.: Die Politik bestimmt die Handlung. Die Figuren entwickeln sich anhand der politischen Situationen, nicht anders herum.

E. B.: Dennoch ist BARON NOIR sehr romanhaft. Im Laufe des Schreibens haben wir uns immer mehr von der Chronik entfernt und sind in einer fiktiven Welt mit einer dichten Dramaturgie gelandet.


Was ist Ihrer Meinung nach das Hauptthema der ersten Staffel?

E. B.: Die ersten acht Folgen schildern eine Welt, die sich gerade auflöst. Einerseits die Industrie mit ihren Arbeitern und ihrem Umfeld, andererseits die Politik der alten Schule, die aus Strömungen der Bildung von unten, aus Verbänden und der Vernetzung in der Bevölkerung besteht. All dies verschwindet, und ganze Stadtviertel verwaisen… Und weil die Politik das Vakuum verabscheut, wird es ersetzt: durch den Front National oder Islamisten. Die erste Staffel von BARON NOIR schildert diesen Verfallsprozess der Politik anhand des individuellen Schicksals unserer Figuren.



Wie kann man es heutzutage vermeiden, das System als solches anzuprangern, zumal in einer Zeit, wo Politiker pauschal verurteilt werden?

J-B. D.: Wir würden uns freuen, wenn in der realen Welt auch nur ein einziger Politiker das Format unserer Figuren hätte… Wir haben Rickwaert, Dorendeu und Laugier wirklich gern. Wenn man an die Macht kommt, verletzt man Regeln, und das kann sich später rächen. Doch Philippe Rickwaert ist kein Dieb. Er bereichert sich nicht persönlich, anders als einige reale Politiker. Sowohl die einen, als auch die anderen geraten in Extremsituationen und können nur falsche Entscheidungen treffen, um ihre Haut und ihre Überzeugungen zu retten. Das ist zwar abstoßend, aber andererseits auch wieder nicht. Wir konfrontieren die Zuschauer mit dieser widersprüchlichen Situation, wo das Schwarzweißdenken à la „die sind doch alle korrupt“ keine Chance hat.

E. B.: Zwar wollen wir in erster Linie unterhalten, doch beim Schreiben einer Politserie trägt man natürlich auch Verantwortung. Da darf man sich nicht zu sehr an der Beschreibung von Bosheit ergötzen. Doch es hätte in einer Politserie genauso wenig Sinn, eine Welt voller idealistischer Glücksbärchis zu entwerfen. In einer Szene beschreibt Rickwaert den Werdegang Mitterrands folgendermaßen: „Er hat die Todesstrafe abgeschafft, aber er war auch Mitläufer des Vichy-Regimes. Also, was tun? Alles über Bord werfen?“ Wir haben zwar keine eindeutige Lösung, dafür aber eine Überzeugung: Die Welt der Politik ist ambivalent. Und solange es Ambivalenz gibt, gibt es Hoffnung.





INTERVIEW MIT DEM REGISSEUR ZIAD DOUEIRI


Was hat Sie am Drehbuch von BARON NOIR am meisten beeindruckt?

Es hat mein Bewusstsein geschärft. Ich wollte gerade die Heimreise nach Beirut antreten, um dort meinen zweiten Film nach The Attack (2013) zu drehen. Das politische System Frankreichs hatte ich nie als problematisch empfunden. Frankreich ist für mich ein solides, friedliches Land mit einer starken Sozialstruktur. Wenn ich an die französische Gesellschaft denke, finde ich, dass sie enorme Fortschritte gemacht hat und dass sie funktioniert – im Gegensatz zur libanesischen, aus der ich stamme. Doch beim Lesen des Drehbuchs begriff ich, dass eine französische Politserie notwendig war. Die USA, in denen ich neunzehn Jahre gelebt habe, stellen ihr System permanent in Frage. Warum also nicht auch Frankreich?


Was war Ihr Regiekonzept?

Die zahlreichen Dialoge, die es zu drehen galt, konnten einem Angst machen. Also habe ich mich gefragt, wie ich die endlosen Diskussionen auf dem Papier in Bilder umsetzen konnte, ohne dass es eintönig wird. Man musste einen Trick finden, um alles filmisch zu gestalten. Ich habe mich für eine bewegliche Kamera entschieden, um die Dialoge flüssiger wirken zu lassen. Außerdem habe ich für Kulissen optiert, die keine Klischees enthalten, etwa bei den Szenen, die in politischen Institutionen in Paris gedreht wurden. Ich wollte, dass sich die Kamera bewegt und nah an den Schauspielern dranbleibt, als befände man sich in den Köpfen der Protagonisten. Eine Szene sollte nicht ausschließlich im Élysée-Palast oder in der Nationalversammlung spielen, sondern in einem Büro beginnen, dann auf einem Bürgersteig fortgesetzt werden und in einem Auto enden… Die Devise lautete „Energie“.


Wie haben Sie mit den Schauspielern zusammengearbeitet?

Kad Merad, Anna Mouglalis und Niels Arestrup kannte ich kaum oder gar nicht. Ich habe sie kennengelernt und liebgewonnen. Nachdem ich mit ihnen ihre Rollen besprochen hatte, habe ich ihnen am Set vertraut. Sie sind sehr unterschiedlich, und das macht eine Serie immer vielschichtiger. Außerdem haben sie auch sehr gut herübergebracht, was mir bei ihren Figuren am wichtigsten erscheint: die Widersprüchlichkeit. Diese Art, einen Gesprächspartner zu manipulieren und ihm fast gleichzeitig die Wahrheit zu sagen…


Was berührt Sie an BARON NOIR am meisten?

Der menschliche Aspekt. Die Figuren tun mitunter zweifelhafte Dinge, doch man sympathisiert trotzdem mit ihnen. So mag man auch Szenen, in denen sie Entscheidungen treffen müssen, die nicht moralisch, aber eben auch nicht unmoralisch sind. Ich würde sagen, dass sie amoralisch sind… Das Drehbuch betont diese permanente Widersprüchlichkeit zwischen Gut und Böse. Es ist ein heftiger Kampf, der bei uns nie politisch korrekt ausgefochten wird.


Eine Serie zu drehen, bedeutet Teamarbeit. Was für ein Verhältnis hatten Sie zu Éric Benzekri und Jean-Baptiste Delafon, den Drehbuchautoren und Schöpfern der Serie?

Sie haben mich gemeinsam mit dem Produzenten und dem Sender als Regisseur ausgesucht und meine künstlerischen Entscheidungen respektiert. Alles war sehr symbiotisch. Ich habe die Serienautoren sogar gebeten, am Set anwesend zu sein, damit sie als meine Berater fungieren. Ich wollte wissen, wie sich Politik hinter den Kulissen wirklich abspielt: Abstimmungen in der Nationalversammlung, der Ministerrat im Élysée-Palast, wie Politiker sich kleiden, wie sie essen… Durch diese Stimmigkeit der Details hat die Serie an Intensität gewonnen.






Übersetzung: Jörg Taszman

ÜBER DIE MACHER DER SERIE


Ziad Doueiri, Regisseur
Ziad Doueiri wuchs zu einer Zeit in Beirut auf, als der Bürgerkrieg noch das Land spaltete. Er verließ den Libanon um sein Filmstudium in den USA zu beenden. Seine ersten Arbeiten führten ihn als Kameraassistent und Kameramann zu Quentin Tarantinos Filmen Reservoir Dogs, Pulp Fiction und Jackie Brown. Des Weiteren führte er 1988 bei West Beirut erstmals Regie, der den François Chalais Preis auf den Cannes Directors‘ Fortnight erhielt. Es folgten Lila dicta (2004) mit Vahina Giocante sowie die Adaption der, von der Kritik gefeierten, Novelle von Yaskina Khadra The Attack. BARON NOIR ist Doueiris erstes Projekt für das französische Fernsehen.


Eric Benzekri, Drehbuchautor
Schon während seiner Studentenzeit war Eric Benzekri als Gewerkschaftler und Gemeinschaftsaktivist aktiv und wurde später politischer Berater bei Versammlungen auf nationaler sowie auf lokaler Ebene. Mit über 20 Jahren Erfahrung im politischen Feld konnte er diverse Wahlkampagnen verfolgen und mitgestalten. 2007 orientierte sich Benzekri beruflich um und wurde Drehbuchautor der politischen Serie The Presidential, die er zusammen mit Jean-Baptiste Delafon für CANAL+ schrieb. Die beiden kollaborierten anschließend für sechs weitere Episoden der Serie Maison Close und arbeiteten zusammen an dem Film 16 ans ou presque. Zuletzt wirkte Benzekri mit an zwei Staffeln der französischen TV-Serie Lascars (von den Regisseuren Tristan Aurouet und Barthélémy Grossman).


Jean-Baptiste Delafon, Drehbuchautor
Jean-Baptiste Delafons Karriere begann mit dem Schreiben von Detektivserien, später widmete er sich dann dem Genre der politischen Fiktion im Bereich TV-Serien und Film. Er schrieb die erste Staffel von Maison Close und arbeitete 2013 zusammen mit Eric Benzekri an dem satirischen Teenie-Film 16 ans ou presque (vom Regisseur Tristan Séguéla für UGC), der sich mit französischer linker Ideologie beschäftigt.


Thomas Bourguignon, Produzent
Neben seinem Studium veröffentlichte Thomas Bourguignon erste Artikel im Filmmagazin Positif. Seine Hauptinteressen zielten dabei auf das amerikanische und asiatische Kino und er schrieb über die Arbeiten von Stanley Kubrick, David Lynch, Tim Burton, von den Cohen Brüder, Akira Kurosawa und Edward Yangs. 1993 wurde er von Gilles Jacob für das Auswahlkomitee des Filmfestivals in Cannes angeheuert. 2007 gründete er die Pariser Produktionsfirma Kwaï, die Filme und Serien für das französische Fernsehen produziert. BARON NOIR ist Bourguignons erste Serie für CANAL+.


Stéphanie Carrère, Produzentin
Stéhpanie Carrère begann 1998 für Ayla als Produktionsassistentin zu arbeiten und entwickelte später Serien wie Sauvetage, Mary Lester, Chasseurs d’écume und Lyon Police Spéciale. Nach einem Jahr bei FIT, arbeitete sie bei Cipango als Dramaturgin an verschiedenen Serien (Les Bleus, Mac Orlan, Ligne de feu, XIII) und Fernsehfilmen (Les Mauvais Jours, Adrien and Manon Lescaut) bevor sie künstlerische Leiterin wurde. Seit 2010 unterstützt sie mit Thomas Bourguignon das Produzententeam von Kwaï.

DATENBLATT: DIE PRODUKTE IM ÜBERBLICK




DIE KOMPLETTE 1. STAFFEL DER FRANZÖSISCHEN HITSERIE AB 26. MAI 2017 IM HOME ENTERTAINMENT







DVD
Laufzeit: ca. 420 Min.
Bild: 2,0:1 (anamorph)
FSK: ab 12 beantragt
Sprachen: Deutsch, Französisch
(5.1 DD)
Untertitel: Deutsch
Verpackung: DVD 3er Blu-ray
Laufzeit: ca. 420 Min.
Bild: 2,0:1 (1080/50i Full HD)
FSK: ab 12 beantragt
Sprachen: Deutsch (5.1 DTS-HD MA), Französisch (Mono DTS-HD MA))
Untertitel: Deutsch
Verpackung: Blu-ray Doppel
Extras: Making of, Trailer, Wendecover
Best.-Nr.: 505683
EAN: 4006680080604 Best.-Nr.: 505684
EAN: 4006680080611




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