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Drehstart für EIN PLATZ AN DER SONNE

Lars Kraume inszeniert in Namibia einen hochaktuellen Stoff

09.09.2021

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

seit dem 30. August dreht Lars Kraume (Das schweigende Klassenzimmer, Der Staat gegen Fritz Bauer) in Namibia den Kinofilm EIN PLATZ AN DER SONNE. Der Film erzählt von einem jungen Berliner Ethnologen, der in der Kolonie „Deutsch-Südwestafrika“ Anfang des 20. Jahrhunderts zum Zeugen des Genozids an den Herero und Nama wird und dabei auch die eigenen moralischen Grenzen übertritt.

„Der Kolonialismus ist eines der größten ungesühnten Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Dieser Film ist für ein Publikum, das das Vergessen überwinden will“, so Regisseur Lars Kraume, der selbst das Drehbuch verfasst hat. „Auch in Namibia, das erst 1990 die Unabhängigkeit erlangt hat, ist der Völkermord noch immer eine offene Wunde“, ergänzt Produzent Thomas Kufus die Bedeutung des Projektes.

In der Hauptrolle spielt Leonard Scheicher (Das schweigende Klassenzimmer, Das Boot) neben dem namibischen Star, der Herero-Schauspielerin Girley Charlene Jazama sowie Peter Simonischek (Toni Erdmann). Noch bis Mitte Oktober finden die Dreharbeiten in Namibia statt. Der größte Teil des Drehteams besteht aus namibischen und südafrikanischen Mitarbeiter:innen, verteilt über alle filmischen Departments. Etwa 60 Angehörige der Herero und Nama werden für EIN PLATZ AN DER SONNE auch selbst vor der Kamera stehen.

Zum Inhalt des Films:
Berlin, Ende des 19. Jahrhunderts. Alexander Hoffmann (Leonard Scheicher) ist ein ehrgeiziger Ethnologie-Doktorand an der Friedrich-Wilhelms-Universität. Als im Zuge der „Deutschen Kolonial-Ausstellung” eine Delegation von Herero und Nama aus „Deutsch-Südwestafrika“ nach Berlin reist, lernt Hoffmann die Dolmetscherin der Gruppe, Kezia Kambazembi (Girley Charlene Jazama), kennen. Hoffmann entwickelt ein intensives Interesse an den Herero und Nama – und widerspricht nach den Begegnungen und Gesprächen mit ihnen der gängigen evolutionistischen Rassentheorie. Kurz darauf führt der Aufstand der Herero und Nama in der Kolonie „Deutsch-Südwestafrika“ zum Krieg mit den Deutschen. Hoffmann reist im Schutz der kaiserlichen Armee durch das Land und sammelt für das Berliner Völkerkundemuseum zurückgelassene Artefakte und Kunstgegenstände. In Wahrheit sucht er jedoch weiter nach Beweisen für seine These – und nach Kezia. Vor Ort erlebt Hoffmann mit, wie deutsche Soldaten mit unmenschlicher Härte den Vernichtungsbefehl ausführen. Doch auch der Ethnologe überschreitet moralische Grenzen, als er einwilligt, seinem Berliner Professor (Peter Simonischek), Schädel und Skelette von toten Herero zum Zwecke der Forschung zu schicken...

EIN PLATZ AN DER SONNE – Buch & Regie: Lars Kraume, mit: Leonard Scheicher, Girley Charlene Jazama, Peter Simonischek u.v.a.

EIN PLATZ AN DER SONNE ist nach Der Staat gegen Fritz Bauer eine erneute Kino-Produktion von zero one film mit dem Autor und Regisseur Lars Kraume und nach Das schweigende Klassenzimmer die zweite Ko-Produktion mit STUDIOCANAL und ZDF/ARTE sowie Akzente Film. Gefördert wird EIN PLATZ AN DER SONNE durch das Medienboard Berlin Brandenburg, die Film- und Medienstiftung NRW, die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie den Deutschen Filmförderfonds.


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